Fortbildungslehrgang im Intuitives Atmen

Ende Juni '04 war es soweit, nach längerer Planung fand erstmalig ein mehrtägiger Fortbildungslehrgang im Intuitiven Atmen mit Karl Scherer in Wien statt. Dieser wurde organisiert um Atemtherapeuten anderer Atemrichtungen die Möglichkeit zu geben sich im Intuitiven Atmen fortzubilden. Im Rahmen des ersten langen Wochenendes wurden die Teilnehmer in viele Atemübungen aus allen Herren Ländern unterwiesen, welche dazu dienen die über lange Zeit selbst antrainierten Atemmuster durch eine oftmalige oder besser tägliche Praxis zu erweitern und so dem Körper neue Wahlmöglichkeiten für die unterschiedlichen Situationen des Lebens anzubieten. Diese Übungen sind auch ein erster großer Baustein auf dem Weg zur Befreiung des Kreisatems, in welchen die Teilnehmer in therapeutisch geführten Einzelsitzungen unterwiesen wurden. Weitere Fortbildungslehrgänge sollen folgen, wobei diese eine Abfolge haben werden, doch ein Einstieg jederzeit möglich sein wird.
Um einen Eindruck über Karl Scherer, den Intuitiven Atem sowie das vergangene Seminar zu bekommen, haben wir nachfolgend für euch eine Kurzbiografie, eine kurze Einführung und Reaktionen von Seminarteilnehmer angeführt.


Reaktionen von SeminarteilnehmerInnen

Während der Suche durch das Internet nach einem Seminar mit den Themenkreis Atem stieß ich auf Karl's Seite, welche mich durch seine Biographie und den Brückenschlag zwischen Osten und Westen sehr ansprach.
Kurz entschlossen meldete ich mich für das Wochenendseminar an, bei dem wir sehr viele Übungen gelernt haben, welche äußerst effektiv und unkompliziert in den Alltag zu integrieren sind. Karl hat mich sehr durch sein großes spirituelles sowie auch wissenschaftliches Hintergrundwissen beeindruckt, ganz zu schweigen von seiner warmherzigen, offenen Art.
Kurz entschlossen verlängerte ich dann sogar auch meinen Seminaraufenthalt um zwei weitere Tage, um den erweckten intensiven Kontakt zu meinem Atem beizubehalten, zur Kraft in der Gruppe sowie den Übungen. Natürlich auch um den Unterweisungen von Karl beizuwohnen und mehr über den Intuitiven Atem und den Kreisatem zu erfahren.
Er hat in mir die Kraft erweckt weiterzumachen, dies jedoch nicht nur als Motivation sondern mehr als eine Art innere Kraft zum Leben. Das habe ich zuvor noch nicht in mir erlebt.
Rainer Schröckenfuchs

Im Text der Seminarausschreibung sprach mich eine Beschreibung des Intuitiven Atmens von P. Bede Griffith besonders an: "Im Intuitiven Atmen steckt die Kraft, den grundsätzlichen Rhythmus des Atmens im Körper wiederherzustellen und profunde körperliche und geistige Transformation zu bewirken." Dieser Satz erweckte in mir die Sehnsucht, mich wieder einmal in die intensive Erfahrung eines Gruppenprozesses fallen zu lassen, um meinen eigenen Atemprozess zu vertiefen.
Das Üben des "Kreisatmens" hat mich dabei in eine Atemdynamik geführt, die ich bisher nicht kannte.
Außerdem wollte ich schon lange lernen, in der stillen Meditation den Atem als "Leitseil" für den Gang in die inneren Tiefen zu benützen. In Karls kontemplativen Atemmeditationen erlebte ich, wie innere Spannungen allmählich körperlich spürbar werden und sich wie von selbst auflösen, wenn man sie atmen lässt.
Karl ist ein großer Lehrer mit breitem, tiefem Erfahrungshintergrund. Die Tage mit ihm sind eine Abenteuerreise, die uns die transformierende Macht des Atems erleben lässt.
Waltraud Degen

Ich kannte Meditation und verschiedene Ausprägungen der Atemarbeit von holotropen Atmen über Rebirthing bis hin zum integrativen Atmen. Auch durfte ich bereits einige Menschen auf deren Weg der Atemerfahrung im Rahmen von körper- und atemorientierten Selbsterfahrungen begleiten. Außerdem hörte und las ich viel über den Atem und die Rolle die er in verschiedenen Kulturen einnimmt.
Doch bei Karl bekam die Meditation sowie der Raum um mich eine weitere Dimension, welche ich zuvor noch nicht kannte. Als er uns dann in den Kreisatem unterwies, nein initiierte, und dies in einfühlsamen Sitzungen auch körperlich erfahren lies, wurde mir vieles klarer. Aufgrund seines reichhaltigen Wissens und den vielen Unterweisungen die er bisher bekam, schlug er die Brücke zwischen Ost und West in einer für mich sehr schönen, verständlichen und vor allem mitfühlenden Art und Weise, sodass ich seine Unterweisung sehr gut verinnerlichen konnte. Er brachte mir die Bestätigung dafür, dass die Arbeit mit dem Atem mit anderen Menschen sowie auch mit mir selbst nur über das Mitgefühl gehen kann und das Ego dabei keinen Platz finden sollte.
Auch wusste ich, warum ich trotz meiner intensiven Ausbildungen und bisherigen Atemerfahrungen weiterhin auf der Suche in Sachen Atem war. Im Intuitiven Atmen sowie im befreiten kreisförmigen Atmen meine ich einen Schlüssel gefunden zu haben, wenngleich mein Weg dahin noch nicht zu Ende ist.
Mario van Gils

Zwei starke Erfahrungen konnte ich aus den Atemsitzungen mit Karl Scherer mitnehmen:
Eine Erfahrung war, Gefühle überhaupt nicht auszuagieren, sondern die entstandene Energie immer zurück in die Atmung zu bringen. Das führte durch die verschiedenen entstandenen Gefühle zu einer sehr hohen Aufladung meines Körpers und unweigerlich zu dem Punkt meiner größten Angst. Ich erlebte dann im Weiteratmen den Punkt des Loslassens, des Vertrauens, des Fließens, des Friedens ganz intensiv. (Der Ablauf selbst war mir nicht neu, aber die Intensität verblüffte mich.) Zweite Erfahrung: Karl legt den Schwerpunkt der Kreisatmung ganz stark auf das Loslassen beim Ausatmen und gibt während einer Atemsitzung sehr viele "technische" Anweisungen, die zu diesem Loslassen führen sollen. Er definiert den Unterschied zum Rebirthing unter anderem aus diesem unterschiedlichen Schwerpunkt.

Für meine Fortbildung als Begleiterin von Atemsitzungen konnte ich sehr viel von den "Lehratemsitzungen" profitieren, die Karl an uns vornahm. Seine Art des "Körper-Lesens" und seine Interventionen mit denen er den oder die Atmende/n immer wieder zum Punkt zurückbrachte, waren für mich sehr spannend und lehrreich.
Eva Reichmann

Die zentrale Aufmerksamkeit während einer Atemsitzung gilt der Unterstützung und Befreiung des "Atemkreises" (Begriff nach Karl Scherer), jenem geheimnisvollen Motor, jenem aus sich selbst heraus entstehenden Antrieb, jenem Schwungrad, das uns bewegt und "uns atmet". Jene heilende Essenz, die die Kraft in sich trägt Altes aufzulösen und in jedem Einatmen neu zu erschaffen.
Die Momentaufnahme, der Status Quo, zeigt uns beim Atmenden wo in Ansätzen dieser "Atemkreis" bereits vorhanden ist, wo im Körper es bereits fließt und wo nur ganz wenig oder kaum. Die sensorische und intuitive Aufmerksamkeit des Begleiters gilt nun der Förderung und Unterstützung des bereits vorhandenen. In gezielten Anweisungen wie z.B.: …"den Einatem mehr hochzuziehen bis in die Nasenflügel"…"beim Ausatmen den Atem einfach loslassen, wie ein Blatt im Wind, das zu Boden segelt"…
Ziel der Ateminterventionen ist es, ein rhythmisches Pulsieren zu initiieren, das sich dann wellenförmig im Körper ausdehnt - vor allem in jene Körperbereiche hinein, die bisher kaum oder nur ganz wenig bewegt waren, diese mitzubewegen, mitzuschwemmen, dahinschmelzen zu lassen. Manchmal bahnt sich, in diesem rhythmischen Tanz des Ein- und Ausatmens, der Fluss des Atems von selbst seinen Weg. Alte Steine werden weggespült oder solange umspült, bis sie ganz weich dahinschmelzen.
Manchmal gibt es jedoch auch größere "Hindernisse, Steine oder Platten", die vielleicht wie ein Panzerung wahrgenommen werden und nicht von sich aus dem pulsierenden Fluss weichen. Dann ist es vielleicht hilfreich in diese Panzerung hineinzufühlen, das Gefühl zu spüren wie es ist, wenn ich ganz zu dieser Panzerung werde, wenn ich diese Panzerung bin, wenn ich mich ganz dieser Panzerung ergebe und hingebe. Vielleicht ist dieses Gefühl kaum auszuhalten, ein Gefühl von erdrückt oder erschlagen zu werden. In der Entscheidung sich diesem Gefühl hinzugeben, das "kleine Sterben" zuzulassen, liegt der Weg in ein Stück Befreiung und der Atem zeigt es in einem befreiten Aufatmen im Körper. Leichtigkeit und weiche Beweglichkeit stellt sich ein.
So sind es oft die kleinen Schritte, die kleinen Kreise, die uns vorwärts bewegen. Wie die Werbung so schön sagt, was wären die großen Erfolge ohne die kleinen, und jeder kleine Schritt trägt den großen in sich.

Selbst ein Adlerküken weiß noch nicht, welch mächtige Schwingen auf seinem Rücken wohnen, doch bald schon wird es sie ausbreiten und wie selbstverständlich werden diese Schwingen die Wolken berühren.

Erwin Franz Weiler


Wer mehr über Karl Scherer erfahren möchte oder sich für eine Weiterbildung im Intuitiven Atmen interessiert, kann sich unter der Webpage http://www.intuitives-atmen.de/, aber auch über die eMail-Adresse intuitiver_atem.at@gmx.at oder der Telefonnummer +43/699/18.79.03.48 weiter informieren